Willkommen bei Mutter Courage & meiner Story!

Gleich vorweg: Dies ist kein Anti-Kinder-Blog – und auch kein Anti-Mütter-Blog. Dies ist ein Blog für Frauen, die sich die Entscheidung für oder gegen ein Kind hart erarbeiten müssen. Für Frauen, die sich spät oder für Social Freezing entscheiden. Für Frauen, die sich anders mit diesem Thema identifizieren wollen. 

Wir sind alle Individuen (und feiern das ansonsten, wo es nur geht), aber ‚Muttersein‘ und schon ‚Mutterwerden‘ sollen wir alle gleich: mit überschäumender Freude, Tränen der Rührung in den Augen und dem Wissen, endlich seine Bestimmung gefunden zu haben. Was ist aber, wenn man in dieses Bild, in diese Norm nicht passt? 

„Erst, wenn eine Frau sich wirklich frei für eine Rolle oder eben keine Rolle entscheiden kann, ist sie frei.“

Das ich hier über meine Geschichte öffentlich schreibe, ist mein Beitrag zur Emanzipation. Schließlich ist das  weiblichste Thema von allen auch ein Teil dessen. Erst, wenn sich jede Frau wirklich frei für eine Rolle oder eben keine Rolle entscheiden kann, ist sie frei. Und da die Menschheit wahrlich nicht vom Aussterben bedroht ist, können und sollten wir auch das Thema ‚Mutter‘ endlich neu besprechen. 

(Wenn ich in diesem Blog über ‚Mutter‘ schreibe, dann maße ich mir nicht an, über z.B. alleinerziehende Frauen, die ihre Familie mit zwei Jobs über Wasser halten, zu sprechen. Ich maße mir nicht an, über Mütter in Kriegsgebieten, patriarchalen Systemen oder als Angehörige von Minderheiten zu sprechen, die mitunter für ihr und um das Leben ihrer Kinder oder die nackte Existenz kämpfen müssen. Nein, ich beziehe mich auf Frauen/Mütter, die in einem sicheren Rechtsstaat leben, auf dem Papier gleichberechtigt zu ihren Männern sind und morgen, übermorgen und in zwei Monaten wissen, das und wie das Essen auf den Tisch kommt.) 

Aber nun zu mir… und den Kindern. Das ist ein so komplexes Thema, dass es nicht in einem Post alleine erklärt werden kann. Deswegen gibt es hier eine rudimentäre Zusammenfassung: Ich bin in den 80er/90er Jahren in München in einem Akademikerhaushalt mit klassischer Rollenverteilung aufgewachsen. Schon als Kind fiel mir die Abhängigkeit der Frau in dieser Rolle auf. (So klar konnte ich das natürlich damals nicht denken.) Das hat einfach meinem Gerechtigkeitssinn widersprochen. Über all die Jahre konnte mich das System in Deutschland nicht vom Gegenteil überzeugen: Auch 2020 ist der Einschnitt bei Frauen (Karriere, Belastung etc.) wesentlich größer als bei Männern. Und da ich mein Leben eigentlich sehr gerne mag, stellt sich fast schon Trotz ein. Da schaffen andere Länder zum Teil bessere Bedingungen. Vielleicht hätte ich in Frankreich ja schon eine richtig große Familie. 

Ich hatte aber auch nie dieses subtile Ziehen, das Menschen als Kinderwunsch beschreiben. Mit 43 Jahren tickt noch nicht mal meine biologische Uhr. Ob das daran liegt, dass ich eine Schilddrüsenkrankheit habe und mein Hormonsystem eigen ist?  Wer weiß? 

Das Thema wäre also relativ klar gewesen, wenn nicht vor zehn Jahren mein Mann in mein Leben getreten wäre. In einer frühen, feucht-fröhlichen Nacht meinte er charmant, dass er unbedingt Vater werden will, und da ich ja schon so alt bin (damals 33), müssten wir wohl bald anfangen. (Er ist übrigens fünf Jahre jünger und kann sich an daran natürlich nicht erinnern.) Aber an diesem Abend legte sich eine feste eiserne Schlinge um meinen Hals. 

Diese Schlinge zog sich über die Jahre immer enger zu, denn ich wurde älter und die Antwort auf das Thema war immer noch eher: Nein. So viel wollte ich noch machen, so viel schaffen. Und auch: So viel wollte ich auf die Beine stellen, um mir zumindest das passende Umfeld für mein Muttersein zu schaffen. Aber: DER DRUCK WAR ENORM. Bis an den Rand der Verzweiflung. Bis ich dann 2012 einen Artikel über Social Freezing las. Gelesen und getan – zwei Jahre später hatten wir 31 Eier eingefroren… und ich Zeit gewonnen. (Hier gibt es den ersten Post zu meiner Social- Freezing-Geschichte.)

Nun, mit 43 lässt sich die Entscheidung nicht mehr auf die lange Bank schieben. Unsicher bin ich immer noch und gäbe es den Kinderwunsch meines Mannes nicht, würden wir uns hier nicht kennenlernen.

Warum gehe ich nun den Weg? 

A) Ich glaube, nichts passiert grundlos im Leben – auch nicht, einen Partner zu haben, der Kinder will. 

B) Wenn, dann auch nur mit diesem Mann. Er weiß, was meine Schwierigkeiten sind… und akzeptiert sie. 

C) Tausende Männer sind ihrer Frau zur Liebe Väter geworden. Als emanzipierte Frau werde ich meinem Mann zur Liebe Mutter. Zumindest versuche ich es. 

In diesem Sinne, kommt mit mir auf eine aufregende Reise!

Eure Mutter Courage

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