Es ist Liebe.

Nach den letzten Posts hat sich herauskristallisiert, dass es nicht für jeden verständlich zu sein scheint, ein Kind aus Liebe zu einer anderen Person zu bekommen. Verständlich… Und deswegen gehe ich darauf in diesem Post ein wenig mehr ein.

Eines der Hauptargumente der Skeptiker ist, dass ICH das Kind ja austrage. ICH wäre diejenige, die schwanger ist.

Meine Gedanken: Man ist nur neun Monate „allein“ schwanger und danach sein Leben lang gemeinsam Eltern. Wahlweise tragen Männer oft (und immer noch) in dieser Zeit und darüber hinaus die finanzielle Verantwortung. Das kann, gerade aktuell, auch eine einschüchternde Aufgabe sein. Die neun Monate der Schwangerschaft also über alles zu stellen, auch über eine finanzielle Versorgung? Sehe ich nicht. In diesem Spiel bin ich gerne bereit, die Schwangerschaft als Preis zu bezahlen: als Preis für meinen Mann und unser gemeinsames Sein. (Die Schwangerschaft ist für mich übrigens der kleinste Schrecken des Mutterwerdens.) Und man wird es mir sicher sofort glauben, hätten wir es ausknobeln können, wer von uns beiden das Kind austrägt, ich hätte keine Sekunde gezögert. Aber dieses Würfelspiel ist leider noch nicht auf dem Markt.

Ein anderes Argument war: Männer können gehen. Well… A) Auch ich kann und darf theoretisch gehen. Ich finde es vermessen, zu behaupten, Väter können Kinder nicht genauso aufziehen wie Mütter. Und B) Ich hätte wohl kaum ein Kind mit jemandem geplant, der nur im Ansatz diese Tendenz zeigt. Wir sind seit elf Jahren zusammen. Die Ewige-Bindungsprüfung ist abgeschlossen.

Haben wir alle vergessen, dass alles im Leben seinen Preis hat? Warum sind wir nicht mehr bereit, diesen zu bezahlen?

Liebe hat seinen Preis, mein Mann hat seinen Preis. Und es ist auch nicht so, als hätte er keinen Preis in diesem Spiel oder für dieses potentielle Kind bezahlt: Lange gewartet; nie gedrängt; bereit, darauf eventuell zu verzichten. Denn: Was raten die meisten Menschen einer Frau/Freundin, die einen grossen Kinderwunsch hat, der Partner aber nicht? Richtig, den Partner zu verlassen. Das hätte ich ihm raten müssen und vielleicht wurde es ihm ja in all den Jahren auch geraten. Hat er aber nicht. Aus Liebe. Zu mir. Das hat einen Wert.

Ich arbeite im Luxussegment. Ich sehe jeden Tag die Unterschiede zwischen Massenware und Manufakturarbeit. Die Langlebigkeit, die Liebe zum Detail, die Qualität der Materialien, die Geschichte der Produkte und das Gefühl, dass sie dir geben: All das hat einen oft hohen Preis. Dieses Prinzip wende ich ohne Umschweif auch auf mein Privatleben an. Es gibt schnelle, amüsante Begegnungen ohne Tiefe und es gibt die qualitativ hochwertigen Beziehungen für´s Leben. Echte Manufakturware, für die man bereit sein muß zu bezahlen. Ich bin es.

2 Kommentare zu „Es ist Liebe.

  1. Beziehungen im Vergleich zu setzen mit Manufakturware 🙏 Zu gut! Ich würde gerne noch mehr dazu lesen! Unglaublich private Einblicke und so gut geschrieben! Ich wünsche Euch das alles so kommt wir ihr es euch für Euch wünscht! Gruß Steffi

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