Stand der Dinge.

Wo ich zeitlich aufhöre in diesem Text, das weiß ich… Aber, wo fange ich an? Und ob ich das Ganze auch noch im flockig-fröhlichen Schreibstil formulieren kann, steht gerade auch in den Sternen. Fakt ist, dass ein Update mehr als überfällig ist, ich aber immer noch – und das ist der Grund, warum es so lange kein Update mehr gegeben hat – komplett auserzählt bin. Corona hat mich am Schluss dann doch bezwungen. Keine Sorge, nicht als Krankheit, sondern als zu bestehender Kraftakt.

Nach unserem ersten Befruchtungsversuch bin ich mit allem, auch mit dem eigenen Unternehmen, hart ins Gericht gegangen: Wo können pandemiebedingt noch unerwartete Gefahren lauern, finanzielle Schwierigkeiten auftreten oder überhaupt Risse entstehen? Ich wollte unsere nächsten Versuche nicht mit unterschwelliger Angst torpedieren, die aktuell, ob man will oder nicht, jeden Unternehmer und Selbstständigen begleitet. Und wenn man wirklich ehrlich zu sich und den Dingen ist, kostet so ein Ausmisten einfach auch richtig Kraft! Soweit so gut: Es war ein wichtiger Prozess, der Ende Oktober auch erfolgreich sowie mit gutem Gefühl beendet wurde. 

Blöderweise gingen dann kurz darauf in Nachbars Gärten (aka Firmen, mit denen wir arbeiten) Blindgänger hoch (aka Zahlungsunfähigkeiten) und der Schutt der Explosionen fiel auch auf mein Haus. Wieder hieß es aufräumen, wieder Maßnahmen maßnehmen und wieder absichern. Die 120. Wendung und Katastrophe des Corona-Jahres 2020, dass ja in den letzten Wochen auch noch Querdenker, Klimawandel und amerikanische Wahlen im Angebot hatte. Mein Akku schmorte damit finally durch und ich sowie mein Geist gingen in den puren Not-Funktionsmodus. Ich war einfach… ohne große Motivation. Da war auch ein simpler Blog-Eintrag nicht mehr drin.

Für den nächsten Schwangerschaftsversuch war das aber tendenziell ein Segen. Mit einer verhältnismäßig entspannten Sharon. Vielleicht auch lethargisch oder phlegmatischen oder sogar fatalistischen Sharon. Auf jeden Fall so weich gekaut, dass sich in mir kein Widerstand regte als wir am 23.12.2020 das zweite Mal eine Befruchtung starteten. Es flossen keine Tränen und auch die Tage danach habe ich nicht mit mir gehadert. Ein Jahr Pandemie macht es möglich, was zehn Jahre Reflektion nicht geschafft haben. Chapeau!

Und was soll ich sagen? Ich mache es kurz: Es hat nicht geklappt. Der Test Anfang Januar war negativ. Und was ich nicht erwartet hatte, als wir die Nachricht am Telefon erfahren hatten, durchflutete auch mich sehr schnell eine tiefe Traurigkeit. Eine Traurigkeit, wie ich sie so auch noch nie erfahren hatte. Ohne Wut und ohne Vorwurf, so elementar und fast tröstlich in ihrer Reinheit. Und irgendwie auch eine Lichtung im Gefühlsnebel, denn diese Traurigkeit war ja auch ein Zeichen, wie ich inzwischen im Unbewussten dazu stehe. Ja, ich glaube, ich wäre traurig, wenn wir nach all den Jahren der bewussten Arbeit mit dem Thema, diesen Weg als Paar nicht auch zu Ende gehen würden. Es wäre immer noch NICHT das Ende der Welt, aber doch sehr schade.

Nun gut, mit diesem emotionalen Wissen bin ich ein paar Tage später zu meiner Ärztin Frau Dr. Marr auf Spurensuche. Zwei Versuche, die nicht geklappt haben, können ja auch physische Gründe haben. Das will ich auf jeden Fall ganz pragmatisch vor dem nächsten Mal ausgeschlossen haben. Aber dazu mehr im nächsten Post. Ein frohes neues Jahr nun erst einmal allen!

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